Das Cochlea Implantat (CI) in der logopädischen Praxis - Beratung und Therapie bei erwachsenen und jugendlichen CI -Trägern

Referentin: Steffi Heinemann
Zeit: 10./ 11.11.2017, Freitag 13-19 Uhr, Samstag 9-16.30 Uhr
Ort: Palais am Stadtkanal, Am Kanal 16-18, 14467 Potsdam
200 Euro / 15 Fortbildungspunkte

Seminarnummer: SEM 246

Das Cochlea Implantat (CI) ermöglicht hochgradig schwerhörigen und ertaubten Menschen wieder oder sogar erstmals hören zu können. Die Operation steht jedoch nur am Beginn eines langen Weges, auf dem die therapeutische Begleitung neben der medizinischen und technischen Nachsorge eine überaus bedeutende Rolle einnimmt. Zunehmend finden CI-Träger den Weg in logopädische Praxen. LogopädInnen und SprachtherapeutInnen werden vor die Herausforderung gestellt, ein systematisches und individuell angepasstes Hör-und Kommunikationstraining durchzuführen, aber auch den Lernprozess mit der neuen Hörwahrnehmung anzuleiten und beratend zu begleiten.

Das Seminar vermittelt allen, die bereits mit CI-Trägern arbeiten oder in Zukunft arbeiten möchten, fundiertes und praxisnahes Wissen zu den Themen:

  • Indikation und Ablauf bei CI-Versorgung
  • Umgang mit der CI-Technik
  • Beratung, Diagnostik und Therapieaufbau sowie
  • Möglichkeiten aber auch Grenzen des therapeutischen Handelns bei post- und prälingual ertaubten Patienten.

Der Schwerpunkt des Seminars liegt in der praktischen Durchführung und dem systematischen Aufbau eines Hör-und Kommunikationstrainings nach der CI-Versorgung. Ausführlich wird auf die Funktionsweise des Cochlea Implantats sowie die verschiedenen CI-Systeme eingegangen. Hands-on erproben wir den Umgang mit der Technik und können danach „Erste Hilfe“ bei technischen Problemen geben. Die Theorie des Hörstufenmodells, Methoden und Inhalte einer strukturierten Hör-und Kommunikationstherapie werden anhand von Video- und Fallbeispielen immer wieder veranschaulicht. Dabei werden unterschiedliche Voraussetzungen für den Hörerfolg mit CI, Hörentwicklungsverläufe verschiedener Patientengruppen sowie typische Probleme von Hörgeschädigten im Alltag thematisiert. Die TeilnehmerInnen werden befähigt mithilfe einer gezielten Anamnese und Diagnostik individuelle Therapieziele für ihre CI-Patienten zu erstellen, den Verlauf der Hör-und Sprachverstehensleistung zu dokumentieren und einzuschätzen und den Lernprozess gemeinsam mit den CI-Patienten zu reflektieren. Viele praktische Anregungen und Materialvorschläge sowie ein Einblick in die aktuelle Literatur vertiefen die einzelnen Themenbereiche.

Es besteht die Möglichkeit Fallbeispiele einzubringen. Bei Interesse und/oder spezifischen Fragestellungen können Seminarinhalte auch auf CI-Kinder erweitert werden.

Methoden: offener Vortrag, Powerpoint Präsentation, Videobeispiele, Falldarstellungen, Übungen und Kleingruppenarbeit, Vorstellung von Diagnostik- und Therapiematerialien, Handout, Diskussion und Erfahrungsaustausch

Steffi Heinemann ist Diplom-Patholinguistin mit Abschluss an der Universität Potsdam im Jahr 2004 und studiert berufsbegleitend Erwachsenenpädagogik. 2004-2006 Arbeit als Sprachtherapeutin in logopädischer Praxis sowie Neurologischer Klinik in Baden-Württemberg, anschließend Auslandsaufenthalt in Australien, wo sie in einer sprachtherapeutischen Praxis mit Kindern und Jugendlichen arbeitete. Seit 2008 als Therapeutin am Sächsischen Cochlear Implant Center (SCIC) am Universitätsklinikum Dresden tätig. Seit 2012 Gastdozentin an der Universität Potsdam. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind u.a. die Diagnostik und Evaluation der Sprachentwicklung von CI-versorgten Kindern sowie die studentische Ausbildung.

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